· 

Heldinnen der Lyrik

Poeten, die über das eigene Schreiben hinaus, Poesie fördern, werden in dieser Rubrik vorgestellt.

Eine dieser Heldinnen der Lyrik ist die Dichterin Phoebe, die ihre Reichweite bei Instagram und ihre Freizeit dafür einsetzt,

Nachwuchspoeten mit kleinen Schreibaufgaben zu unterstützen.

Mit Jennifer Hilgert hat sie sich zu einem besonderen "Live-Interview" getroffen, um ihre Motivation zu schildern

Instagram macht Heldinnen


Instagram ist das Fotoalbum unter den Social Media Plattformen. Unzählige hübsch arrangierte Fotografien, Selfies, aber auch Texte werden im Sekundentakt hochgeladen. Dass sich hinter den Bildergalerien auch einzigartige Poesiealben verbergen und ganze Universen von Instapoeten und Instapoetinnen, die dahinter stecken, beweist der Feed von Phoebe_nowisthetime. Sie ist eine der digitalen Dichterinnen, die sich eine Community von Gleichgesinnten aufgebaut hat, die allesamt die Liebe zur Lyrik teilen.

 

Mit ihren wöchentlichen, mal im zweiwöchigem Turnus, stattfindenden Schreibaufgaben, die sie ihren Followern auf Instagram stellt, regt sie nicht nur zum interaktiven Mitmachen an, mit ihrem lyrischen Know-How bietet sie zudem einen echten Mehrwert. Außerdem schafft sie Raum für einen freundschaftlichen Austausch im Netz und ermöglicht Inspirationsoasen. Dem Hashtag #phobeslyrikbox hat sie gemeinsam mit ihrer Community Leben eingehaucht. Über 1500 Beiträge sind bereits in der Sammlung zusammen gekommen und es ist noch kein Ende in Sicht. Für die Zukunft plant sie sogar, sich nicht ausschließlich auf den virtuellen Raum zu konzentrieren und eine Schreibwerkstatt im Raum München aufzubauen.

 

Ort und Termin stehen sogar schon fest: Für den 04.06.19. um 20 Uhr lädt Phoebe poetisch Interessierte ins Spix ein (Tegernseer Str. 155, München).

 

Es ist nicht nur die Umsetzung ihrer Idee und die Quantität, die Phoebe zu unserer Heldin der Lyrik macht. Es ist vor allem ihre qualitative Herangehensweise und den besonderen Wert, wie sie der Poesie Aufmerksamkeit verleiht und andere dabei mitnimmt. Mit ihrer wertschätzenden Art, begegnet sie den Menschen auf Instagram herzlich und deswegen liest man auch in jedem ihrer Worte, dass ihre poetischen Ergüsse der Mitte ihres Herzens entspringen müssen.

 

Es folgt das Interview.

 

Zwei Besonderheiten gibt es hierzu noch zu erwähnen. Wir haben nicht irgendein Interview geführt. Wir haben uns zwei Mal, an einem Mittwoch im März, für jeweils drei Stunden und an einem Donnerstag im Mai für eine Stunde, verabredet, um das Interview stattfinden zu lassen.

 

Der eigentliche Knaller folgt jetzt: Da wir das Gespräch per Google Drive, in einem Live-Dokument, unternommen haben, ist ein "lebendiges", ein wachsenden, ein im wahrsten Sinne des Wortes "lebendes Interview" entstanden.

Ich ging nicht völlig unvorbereitet an das Gespräch heran. 10 Fragen waren vorbereitet. Dennoch habe ich mich im Gesamten ganz auf Phoebe und ihre Antworten eingelassen. Situationsorientiert, würde man in der Pädagogik sagen, habe ich meine Fragen dem laufenden und geschriebenen Fluss angepasst. So hatten wir stets das Gefühl, wir würden einander wahrhaftig gegenüber sitzen und dass wir sprichwörtlich unsere Gedanken lesen können. Ein ziemlich abgefahrenes Gefühl, weil Phoebe nicht nur mitansehen konnte, wie ich meine Fragen aufbaue, sondern ich auch live zurückverfolgen konnte, wie Phoebe ihre Antworten formuliert, sämtliche Flüchtigkeitsfehler, dem zügigen Denk- und Schreibvorgang ohne Autokorrektur geschuldet, inklusive.

 

Viel Spaß!

Im Interview Jennifer Hilgert mit Phoebe

Jennifer mit schwarzer Textfarbe und Phoebe orange


Hallo liebe Phoebe,

 

es ist mir eine wirkliche Freude, mit dir das Interview für SternenBlick führen zu dürfen. Schön, dass es klappt!

Zum groben Aufbau: Ich habe mal 10 Fragen vorbereitet, ich möchte aber vor allem sehen, wo uns das Interview hinführt. Das macht deine Wahl des "lebendigen Interviews" aus und das finde ich großartig und zeugt von Mut.

 

Ich freue mich über deine Zeit und würde sagen, wir legen gleich los! Wir fangen ganz locker an…

 

Ich hoffe, du hast dir etwas Leckeres zum Trinken an die Seite gestellt? Kaffee? Tee? Saft?

 

Gute Idee! Ich trinke zwischendurch Wasser.

 

Oh, das ist eine krasse Erfahrung, wenn man das noch nicht erlebt hat. Ich hoffe ich kann noch einigermassen sinnvolle Sätze produzieren..

 

Super, oder?!

Irgendwie freaky...

 

Es ist im Prinzip wie ein Chatsystem. Mit dem Unterschied, dass wir direkt einsehen können, wenn Rechtschreibfehler entstehen :D Aber hinzu kommt positiv, dass wir auch unseren Gedankenfluss direkt erleben… ein bisschen creepy auf jeden Fall.

Fühl dich aber von den Rechtschreibfehlern oder was auch immer da nachher stehen wird nicht beunruhigt. Wir bü HAHA ich muss mich auf jeden fall auch erstmal fallen lassen :)

Ich meinte, wir bügeln nachher alles aus. Jetzt lassen wir einfach fließen …

Auf meinem Blog Schriftverkehr habe ich ein Format, das sich "MontalkSchnack" nennt. Dort startete ich immer mit der Frage: Wie war dein Wochenende.

 

Also: Wie war dein Wochenende?

 

Verzweifelt! Ich war am Rechner und habe für 5 Personen nach einem Urlaub gesucht. Aber wir haben jetzt eine wundervolle Unterkunft in der Toskana gebucht, die allen gefällt. Hurra!

 

Also ein Urlaub für die ganze Familie. Das bedeutet, dass ihr in Action sein werdet, aber hoffentlich auch genügend Ruhe finden könnt. Erhoffst du dir neue Inspirationen für deine Texte? Überhaupt: Wie inspirierst du dich und was setzt dir den entscheidenden Gedanken für ein Gedicht?

 

Die Toskana und ihre wundervolle Landschaft inspiriert mich sehr. Eigentlich mehr zum Fotografieren. Doch oft entstehen aus Bildern auch Worte. Oder Worte zu Bildern. Dann hoffe ich natürlich auch, dass ich Oasen der Ruhe finden werde, wo neue Lyrik entstehen kann.

 

Wie entsteht deine Lyrik? Brauchst du immer Ruhe? Was brauchst du, damit deine Wortbilder entstehen?

 

Ja, etwas Ruhe brauche ich schon. Und so ein Gefühl von Loslassen. Ich kann nicht schreiben, wenn ich versuche mich dazu zu zwingen. Wenn ich also loslasse, dann falle ich in so ein "Schreibgefühl" hinein und die Worte fließen von alleine aufs Papier. Manchmal ist es einfach eine Form von "automatischem Schreiben", wie es Surrealisten der 1920er Jahre praktiziert haben.

 

Die Surrealisten waren ja (den) Substanzen nicht ganz abgeneigt. Brauchst du einen Motor, der dich in das "Schreibgefühl" versetzt? Eben Musik, oder ein Glas Rotwein, Kaffee whatever?

 

Ich brauche zum Schreiben tatsächlich nur einen Stift und Papier. Und einen Ort. Ja, ich glaube, der Ort ist auch wichtig. Zu Hause habe ich eine Schreibecke im Wohnzimmer, drumherum mein "Künstlerchaos"... Lyrikbände und Notizbücher und Blattsammlungen.

Wenn ich (allein) unterwegs bin, dann kann es auch die Wiese sein, oder ein Cafe. Wenn mir dann was einfällt, passiert es auch schon mal, dass ich auf Servietten oder Bierdeckel schreibe.

 

Wunderbar! Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Der Alltag holt einen ja oft ein oder verhindert den Gedanken, den man gerade irgendwo notieren will. Wie schaffst du es, deine Ideen trotzdem umzusetzen? Sind es diese "Oasen" von denen du sprichst?

 

Ja, man könnte es "Zeitoasen" nennen. Ich lege mir im Alltag bewusst Zeiten fest (es klingt jetzt widersprüchlich zu dem Loslassen, aber es funktioniert trotzdem), in denen ich weiß, dass mich niemand stören kann. Diese Inseln der Ruhe nutze ich für kreative Schreibprozesse.

 

Phoebe, du hast dir diesen Künstlernamen nicht umsonst ausgewählt. Magst du uns erklären, was sich dahinter verbirgt und wie er zustande gekommen ist?

 

Phoebe - diesen Namen trage ich schon seit ich ungefähr 13 Jahre alt bin! Ich habe ihn also nicht extra als Pseudonym erfunden, sondern er gehört zu mir. Er verkörpert praktisch mein "Künstler-Ich".

Er bedeutet "die Leuchtende" - das kommt aus dem Griechischen. Gewählt habe ich ihn aber damals nicht deshalb, sondern weil mich das Schriftbild so sehr an Poesie erinnert, die Aussprache dagegen leicht und unbeschwert ist (es wird Fibi ausgesprochen). Das gefiel mir. Ich habe in diesem Alter - also in meiner frühen Jugend - das Schreiben von Lyrik für mich entdeckt.

 

Weißt du noch mit welchem Gedicht? Gab es ein erstes, an das du dich noch genau erinnerst?

 

Nein, aber ich weiß noch zwei Dinge: Das erste war ein Lyrikband von Erich Fried, der bei meinen Eltern im Regal stand. Seine schlichte und doch gleichzeitig kraftvolle Weise Dinge auszudrücken hat mich sehr fasziniert.

 

Das zweite war, als ich in der achten Klasse ein Poesiealbum herumgereicht hatte und meine Mitschüler aufforderte, etwas Eigenes - am besten Gedichte - hinein zu schreiben. Zuerst waren die Mädchen begeistert (es wurden da heimliche Liebesgedichte praktisch in der Klasse "veröffentlicht"), dann haben sich auch die Jungs dran gewagt. Anschließend bin ich mit diesem Poesiealbum zum Arena Verlag. Habe dort geklingelt und "Hans Georg Noack" verlangt. Das war damals ein bekannter Jugendbuchautor und Chef des Verlages. Ich habe ihn gefragt, ob er unsere Gedichte veröffentlichen kann.

Natürlich waren sie ganz ganz simpel und für ihn uninteressant. Aber er war total begeistert von mir und meinen Ideen, so dass ich ein unveröffentlichtes Jugendbuch rezensieren durfte!

 

Ein wahnsinns zweiter Punkt. Ich hätte mich geärgert, hätte ich ihn nicht erfahren. Das heißt, du hast andere schon früh von (d)einer Idee begeistert und mitgezogen. So machst du es heute wieder, auf Instagram. Denkst du, dass Poesie unter Aufgabenstellungen zu schreiben, jeden an Lyrik heranführen könnte?

 

Jeden wahrscheinlich nicht, aber viele sind sehr dankbar für solche Anregungen.

 

Da vermiest die Schule einiges, weil sie sich zu sehr auf die Analysen und Interpretationen konzentriert.

 

Ja, Schreibspiele, selbst ausprobieren, erfahren, was Gedichte mit einem machen, das wäre toll, wenn hier Kinder und Jugendliche mehr sensibilisiert würden. Auf Instagram gibt es einen tollen Deutschlehrer @flowetry_slam. Er bringt seine Schüler zum Schreiben. Das ist grandios!

 

Womit wir wieder bei der Kommunikationsmöglichkeit wären. Poesie als Kanal für Empfindungen und Gespräche, die man ohne den Mund führt?

 

Richtig. Ich schreibe ja nicht nur öffentlich mit den Teilnehmern der Schreibwerkstatt auf Instagram, sondern auch über Direktmail, wo ich häufig das Feedback bekomme, dass Lyrik auch für diejenigen gut geeignet ist, die keine gesprochenen Worte für ihre Empfindungen haben.

 

Denkst du, wir sollten allgemein mehr schreiben oder sprechen, miteinander? Und: Warum kann Poesie dabei helfen, das heraus zu finden?

 

Kommunikation ist komplex. Es ist echt schwierig diese Frage zu beantworten.

 

Lass es uns in einem Gedicht herausfinden

 

wir schreiben einander briefe und

 

…soll ich weiterschreiben?

Jap, willst du es versuchen?

sollen WIR es versuchen?

Ja! :)

 

wir schreiben einander briefe und

öffnen sie nicht

unsere worte verlieren ihren besitzer

irren heimatlos

im nirgendland wartend

immerzu hoffend auf einen

vagen vers von zukunft

bereit liegen die liladurchmischten gedanken

die in der toskana weiß noch blühten

ihr duft durchtränkt meine feder

werden auch sie

in einem weißen briefumschlag

verdorren?

 

lassen wir es so.

es ist so wie es ist richtig und authentischer, als wenn wir weiter dran rummachen.

finde ich, du?

 

Ich mag es! Ich finde es sehr schön. Und ich wünsche mir eine Karte aus der Toskana von dir. Nur wenn du möchtest und nur wenn du es schaffst. Wenn du nur ein mal an mich denkst dort, bei irgendeinem Gedanken, von dem du mir nachher erzählen willst, freue ich mich darüber

 

Das ist eine wundervolle Idee, ja das mache ich ganz bestimmt!

Das hat total viel Spass gemacht und ist genau das, was das gemeinsame Schreiben ausmacht. In einem gemeinsamen Schreibprozess kommen, in gemeinsame Bilder ein- und abtauchen. Ich bin gerade total glücklich!

 

Titel?

 

Toskanatage

Toskanawolken gefällt mir auch

Der Himmel über Tuszien

Bella Toscana :D

 

toskanablüten warum Kleinschreibung? Es ist ein durchgehendes Stilmittel, das wir verwendet haben.

 

ich grinse. es macht Spass!

:) finde ich auch Aber du hast so recht: es ist freaky creepy wasauchimmer :)

 

für mich ist es fertig und perfekt.

Ich schreibe dir jetzt mal meine Assoziationen dazu. Zwei, die sich schreiben, aber nie die Briefe abschicken, die doch so viel zu sagen hätten, die Situation verändern könnten. Sehnsucht und Gedanken, die zurückgehalten werden, ohne je gelebt zu werden, die "verdorren in Briefumschlägen"

 

Der Grund, warum Poesie dabei helfen kann, sich zu öffnen.

 

Genau!

 

Du bist vor allem auf Instagram aktiv. Kannst du den Menschen, die nicht auf Instagram sind oder dir auf deinem Account phoebe_nowisthetime noch nicht folgen, erklären, was du dort machst?

 

Das ist manchmal etwas schwierig. Instagram hat seinen Ruf als schnelllebiges, oberflächliches Medium. Wenn ich aber anfange zu erklären, dass man es durchaus auch anders nutzen kann und sich auch Communities bilden, die Instagram wirklich auch als Plattform für den künstlerischen Austausch nutzen, dann gibt es den ein oder anderen, der weiter fragt, oder sich sogar selbst anmeldet.

 

Gutes Stichwort! Was war dein Initialfunke, dich bei Instagram anzumelden?

 

Eigentlich wollte ich einen Blog mit Gedichten machen. Doch es kam mir unheimlich kompliziert vor. Dann habe ich den Tipp bekommen, erst einmal mit Instagram anzufangen, da das kein großes Vorwissen braucht. Also habe ich mich angemeldet. Und da bin ich nun. Seit April 2018.

Auszug aus Phoebes Schreibaufgaben bei Instagram #phoebeslyrikbox
Auszug aus Phoebes Schreibaufgaben bei Instagram #phoebeslyrikbox

 

Zweiter Tag

 

Wir starten mit einer kleinen Einstiegsfrage. Hast du heute schon an Poesie oder ein Gedicht gedacht?

 

Ja, das habe ich tatsächlich! ich habe nämlich eine volle Schüssel mit Wörtern im Wohnzimmer stehen, die ich alle für meine Schnipsel-Poesieaufgabe ausgeschnitten hatte.

 

Zu dieser Poesie-Schnipselei passt die Aussage, die ich irgendwo aufgeschnappt habe: "Ein Gedicht ist fast nichts, aber total!" Was braucht es für dich zu einem "guten" Gedicht? Wann ist es fertig?

 

Auch wenn mir jetzt jeder Germanist widersprechen würde, so finde ich generell, dass es keine "schlechten" Gedichte gibt. Menschen, die Poesie verfassen, lassen etwas Inneres frei. Das finde ich immer gut.

Daher mag ich es nicht, wenn man "Qualitätskriterien" hat. Wobei sich bei mir dann schon im Laufe der Zeit "Ansprüche an mich selbst" entwickelt haben.

 

Meine Gedichte sind dann fertig, wenn ich das Gefühl habe die Worte sitzen an ihrem Platz. Es ist oft so, dass ich versuche mit wenigen Worten zu treffen. Das ist eines meiner ganz persönlichen "Kriterien". Aber manchmal schreibe ich auch länger… nichts ist wirklich festgelegt…

 

Wie würdest du jemanden dazu ermutigen, der sich nicht traut oder gar sagt "er/sie könne" das nicht? Warum kann jeder etwas aus seinem Inneren nach Außen tragen? In Gedichten? Hast du einen methodischen Eisbrecher? Oder eine Schreibaufgabe, die immer zieht?

 

Zunächst würde ich sagen, dass er/sie sich keine Gedanken darüber machen soll, wie das Ergebnis auf andere wirkt, sondern einfach erst mal seine Gefühle zu Papier bringen. Ungereimt. Ein erster Anfang wäre es also, einen Gedanken in zwei, drei kurzen Sätzen schriftlich festzuhalten, und ihm dann ein lyrisches "Gesicht" zu geben, indem man Zeilenumbrüche einbaut.

 

Bei Schreibgruppen außerhalb des virtuellen Raums, ist ein sehr wichtiges Kriterium, das in der Gruppe eine Wohlfühlatmosphäre entsteht. Jeden so nehmen wie er ist, ist sehr wichtig.

 

Guter Punkt! Du planst ja, soweit ich weiß, eine Schreibwerkstatt außerhalb von Instagram. Magst du uns ein bisschen von der Idee berichten und wie weit du damit schon bist?

 

Ja, das stimmt! Ich will wieder in die Welt hinaus und die Leidenschaft des Schreibens mit anderen teilen. Instagram ist toll, aber es hat auch ganz klare Grenzen und Nachteile. Deshalb habe ich am 04.06.19. um 20 Uhr - das ist der Geburtstag meiner Schreibaufgaben auf Instagram - in München ein erstes Treffen mit Interessierten geplant. Bisher sind es noch Wenige, eine Handvoll.

Es findet in einer Location statt, die "Lyrik atmet" und dem Verein "Poesieboten e.V." gehört. Sie nennt sich Spix. Wer mag kann einfach kommen. (Tegernseer Str. 155, München ) Es wird im 6 wöchigen Turnus stattfinden.

 

Ich will mit den Teilnehmern der Gruppe gemeinsam die Inhalte der Werkstatt entwickeln, möchte die Bedürfnisse der Einzelnen wahrnehmen und daraus etwas entstehen lassen, was uns schreibend zusammenbringt. Natürlich habe ich auch eigene Ideen und Vorschläge, will mich aber ganz auf die Anderen einstellen. Am 04.06. werden wir auf jeden Fall "Geburtstag" feiern (Mit Kuchen und einer Kerze ;-)) und uns kennenlernen.

 

 

Vervollständige doch bitte diese Sätze für uns:

 

Das Ziel meiner Schreibwerkstatt ist …

 

Darf ich es einfach mit einem Gedicht beantworten?

 

Ja bitte!

 

"Was wenn wir wie Wasser sind?

Tropfen um Tropfen wachsend

Sinn suchend im Sein

 

und dann das Meer werden

Wellenschlag wunderbarer Weite"

 

Mein Ziel ist es für jeden der Teilnehmer, sich selbst schreibend zu entdecken und darin zu wachsen und gleichzeitig eine Künstlergemeinschaft mit anderen zu werden.

 

Poesie ist für mich…

das Graben nach Seelenschätzen. Die Demaskierung der Oberflächlichkeit. Jeder kann sie schreiben, wenn ihm danach ist.

 

Ein Gedicht für jemanden zu schreiben, bedeutet mir…

Ihn mitnehmen in die Welt der Poesie; Gedichte sollen kraftvoll sein, berühren

 

Ich würde fast schon zum Abschluss kommen. Eine Frage habe ich noch. Und dann kommt meine bewährte Abschlussfrage, die ich auch in meinen MontalkSchnacks immer gestellt habe.

 

Brauchen wir in unserer heutigen Zeit eigentlich noch Gedichte? Wozu?

 

Ja, mehr denn je, wie ich finde! Unsere Welt wird immer schneller und oberflächlicher. Es ist wichtig, dass es Oasen gibt. Oasen, in denen man Zeit hat, in die Tiefe zu tauchen. Darin zu Verweilen. Zu fühlen. All das können Gedichte mit einem machen. Sie nehmen Dich für einen Moment aus allem heraus und lassen Dich fühlen.

 

Dann danke ich dir von Herzen für unseren schönen Ausflug in die Welt des lebendigen, geschrieben Interviews. Bevor wir unser Gespräch gleich beenden, stelle ich dir meine altbekannte Abschlussfrage: Wenn ich eine gute Frage wäre, wie würde ich lauten?

 

Sie würde lauten: Wo möchtest Du in zehn Jahren stehen?

 

Wo möchtest du in 10 Jahren stehen, liebe Phoebe?

 

Ich möchte am Meer stehen - den Wellenschlag wunderbarer Weite fühlend, mit meinem eigenen Gedichtband in der Hand und wissen, dass Schreiben mein Leben ist.

 

Schreiben ist dein Leben, Phoebe. Auch jetzt schon! Der Gedichtband wäre also die Krönung?

 

Die Krönung wäre es auf jeden Fall, wenn das Schreiben - wie auch immer - in meinem beruflichen Alltag mit Menschen einen ganz festen Platz hätte. Das wäre mein weites Meer. Und ein eigener Gedichtband wäre mein persönlicher Glückstropfen darin.

Phoebes Poesie (veröffentlicht auf Instagram)
Phoebes Poesie (veröffentlicht auf Instagram)

Besucht Phoebe auf ihrem Instagram-Account: Phoebe_nowisthetime oder bei ihrem Live-Workshop am 04.06.2019 im Spix, Tegernseer Str. 155 in München, ab 20 Uhr. Jeder Teilnehmer ist herzlich willkommen. Der Workshop soll im sechs-wöchigen Turnus wiederholt werden. #phoebeslyrikbox



Jennifer Hilgert ist Autorin, Dichterin, Bloggerin und Mitglied im Team "SternenBlick", wo sie sich für Twitter und YouTube besonders einsetzt.

Mehr von Jenny's lesenswerten Artikeln und Gedichten, findet ihr auf ihrem Blog:
schriftverkehr.net



Kontakt

SternenBlick e.V.
z.Hd. Stephanie Mattner
Postfach 20 01 41
13511 Berlin
kontakt@sternenblick.org

Nutze auch gern unser
> Kontaktformular

Newsletter

Verpasse keine wichtige Ausschreibung, Publikation oder Neuigkeit mehr von SternenBlick:

Spendenkonto

Deutsche Skatbank
IBAN: DE19 8306 5408 0004 1679 88
BIC: GENODEF1SLR