Wilde Poesien - Ein Stückchen Glück

SternenBlick fördert weiterhin aufstrebende Poeten.
Susann Kraft gelingt mit ihrem Band "Wilde Poesien" die Reihe der Poetenförderbände duch ihre lieblichen Verse
zu bereichern. Ein buntes Werk, das zum Schmunzeln, zum Nachsinnen und zur Freude an Sprache einlädt.

Poesie lebt!

Der zweite Band unserer neuen Rubrik "Poetenförderung" ist ein buntes Büchlein voller lebendiger Poesie. Susann Kraft (rechts) ist SternenBlick-Autorin der ersten Stunde und überzeugte mit ihrer ganz eigenen Ver(s)dichtung bereits in "Ein Gedicht für ein Kinderlachen". Die 1978 in Chemnitz geborene Autorin, lebt seit fast 20 Jahren in Baden-Württemberg. Neben ihrer Arbeit als Lehrerin, engagiert sie sich ehrenamtlich in der Ausbildung für Rettungshunde.
Im Interview verrät sie uns mehr über die Entstehung ihres Bandes "Wilde Poesien" und wie ihre spontane Schreibweise ihre Gedichte lebendig hält:

SternenBlick im Interview mit Susann Kraft


Erst vor Kurzem hast du zur Dichtung gefunden und nun hast du bereits, wovon viele DichterInnen träumen, einen eigenen Gedichtband. Wie fühlst du dich damit und bist zu glücklich mit dem Ergebnis?


Susann: "Oh ja, ich bin mehr als glücklich mit dem Ergebnis und es ist und bleibt für mich ein kleines Wunder, was im letzten Jahr alles so bei mir passiert ist in Sachen Dichtkunst. Wenn einem selbst etwas so viel Freude macht, wie mir das Schreiben, und sich dann plötzlich mit einem Buch auch die imaginäre Tür zu anderen Menschen öffnet, dann ist das schon etwas ganz Besonderes. Ganz ehrlich: wenn mir jemand vor anderthalb Jahren gesagt hätte, dass ich bald Autorin eines Gedichtbandes sein würde, ich hätte ihn vermutlich schlichtweg ausgelacht..."


Wie entstehen deine Texte im Einzelnen? Bist du ein Spontan-Schreiber oder arbeitest du mitunter lang an einem Gedicht bzw. überarbeitest du es zeitintensiv?


Susann: "Wenn es um meine deutschen Gedichte geht, dann bin ein absoluter Spontan-Schreiber. Meistens sehe, höre oder fühle ich etwas, oder hab ein bestimmtes Wort im Kopf, das mich einfach nicht mehr loslässt. Es kommt schon auch mal vor, dass ich im Auto sitze und dann plötzlich rechts ranfahre, mein Handy zücke und mir ein paar Zeilen aufschreibe, die mir grade in den Sinn gehüpft sind. Mein Hund kann wohl auch so manches Lied davon singen; der muss auf unseren Spaziergängen des Öfteren auf mich warten, bis ich endlich fertig bin mit dem Notieren. Den Rest vom Gedicht schreibe ich dann, sobald ich wieder zu Hause bin oder auch mal ein oder zwei Tage später, wenn gar keine Zeit ist."

Pinselstreich

Die Poesie, sie schwingt und singt
entgegen aller Schwarzmalkunst
und hüpft dabei so wortgewandt
vom Vogelsang zum Alltagsdunst.

Sie tiriliert in frechem Ton,
lehnt sich am Gartenzaun dabei.
Und Nachbars 'Frisch gestrichen!'-Schild
beklebt sie neu mit: "Ich bin frei!"


Wenn du deinen eigenen Dichtungsstil beschreiben solltest, wie würde das sein?


Susann: "Vielleicht als: bunt durcheinander, momentlich, natürlich, meist reimlich, oft träumlich - einfach ich!


„Wilde Poesien“ ist der Titel, den deine Herausgeberin für deine Gedichte gewählt hat.
Warst du gleich einverstanden?


Susann: "Es ist ein Titel, der mir sehr ans Herz gewachsen ist, obwohl er zunächst irgendwie seltsam für mich klang, beim ersten bis dritten Hören. Ich hab einige Versuche gestartet, einen anderen Titel zu finden, aber im Vergleich zu 'Wilde Poesien' klangen dann doch alle irgendwie farblos.

In meinen Augen passt dieser Titel perfekt zu meinen Gedichten und meine liebe Herausgeberin Stephanie hat da in der Tat ein größeres Verständnis für meine Poesie bewiesen, als ich es selbst bis dato hatte. Als ich hier in den Zeilen zuvor meinen Dichtstil beschreiben sollte, wollte ich eigentlich spontan 'wild' statt 'bunt' durcheinander benutzen, aber dann wär's hier im Interview vielleicht doch zu wild geworden."


Aus deinen aktuell rund 160 deutschsprachigen Texten, hat deine Herausgeberin fast 60 für den Band ausgewählt. Bist du mit der Auswahl zufrieden und wie hat dir generell die Zusammenarbeit gefallen?


Susann: "Ich bin mehr als dankbar, dass jemand anderes die Auswahl für mich übernommen hat. Ich glaube, ich hätte mich überhaupt nicht entscheiden können, welche Gedichte in welcher Reihenfolge einen guten Sinn ergeben. Eben weil ich so durcheinander schreibe und von einem Moment zum Nächsten hüpfe in meinen Gedanken. Stephanie hat da ein wirklich gutes Auge und meiner Meinung nach eine wunderbare Gedichte-Mischung für mein Buch zusammengestellt. Am Ende waren es nur zwei oder drei mir persönlich sehr wichtige Gedichte, die dann von ihr auf meinen Wunsch hin noch mit eingeflochten wurden. Und was soll ich sagen? Es ist ein ganz wunderschönes, liebevoll gestaltetes Gesamtkunstwerk geworden!"


Welches der enthaltenen Gedichte liegt dir besonders am Herzen und warum?


Susann: "'Stückchen-Glück' ist für mich eins meiner Herzens-Gedichte, denn darin geht es um die kostbaren Erinnerungen an Jemanden, der mir sehr, sehr wichtig war.

'Wunder-Rot' ist ebenfalls ein ganz besonderes Gedicht für mich, weil es eines meiner ersten Gedichte war, und an dieses wunderschöne Morgenrot kann ich mich noch lebhaft erinnern.

Ach, ehrlich gesagt steckt in jedem meiner Gedichte ein kleines Stück von mir selbst, ich könnte meine Auflistung hier noch endlos fortführen..."

Stückchen-Glück

Manchmal hör' ich ihre Lieder,
wie sie tanzen, auf und nieder;
wie sie lachen, wie sie weinen,
trotzdem singen. Oh, die kleinen
Dinge mit dem Lichtgefieder.

Manchmal möcht' ich sie dann halten,
ihren Atem in mir falten,
warm und weich ihr Strahlen spüren,
schließen all die Herzens-Türen.
Ganz für mich will ich sie halten.

Doch ich weiß, sie müssen fliegen,
hoch hinauf am Himmel wiegen
was auf Erden schon verschwunden,
in mir drin noch tief verbunden.
Ich werd' mich heimlich an sie schmiegen...


Auch für dich war es wichtig, dass der Erlös deines Bandes ebenfalls einer gemeinnützigen Organisation zufließt. Warum ist das so?


Susann: "Es ist ein wunderbares Gefühl, mit meiner Poesie nicht nur den Menschen beim Lesen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, sondern zusätzlich damit auch noch was Gutes für Kinder tun zu können. Die SternenBlick-Anthologie war da ein tolles Vorbild und hat meiner Meinung nach ein ganz besonderes Steinchen in der poetischen Welt ins Rollen gebracht."


Was möchtest du deinen Lesern mit auf den Lektüre-Weg geben?


Susann: "Nehmt euch Zeit, sucht euch wieder... und genießt diese vielen kleinen, kostbaren Augenblicke, die sich zu unserem einzigartigen Leben hier zusammenfügen!!!"

SternenBlick im Interview mit Liane Marth


Nach deiner wundervollen Mitwirkung am Hardcoverband von "Ein Gedicht für ein Kinderlachen", kam SternenBlick nun erneut auf dich zu, mit dem Wunsch dich für das Vorwort von "Wilde Poesien" zu gewinnen. Was ging dir als erstes durch den Kopf?


Liane: "In erster Linie habe ich mich sehr darüber gefreut, als SternenBlick sich erneut wegen eines Vorwortes an mich wendete, und daher bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich für das in mich gesetzte Vertrauen. So sehr ich mich über diese neue Anfrage auch freute, begleitete mich dennoch die Frage, ob es mir wirklich gelingen würde ein Vorwort für „Wilde Poesien“ zu gestalten, welches vor allem den wunderbaren Texten der Autorin gerecht wird. Bei meinem Vorwort zu „Ein Gedicht für ein Kinderlachen“ hatte ich meine Rezension als Vorlage und kannte bereits die Reaktionen darauf. Diesmal war alles neu für mich und ich war deshalb doch ziemlich gespannt auf diese Aufgabe."


Wie bist du heran gegangen an die Erstellung deines Vorwortes?


Liane: "Da mir die Gedichte von Susann Kraft bis dahin unbekannt waren, verschaffte mir ein erstmaliges Durchlesen schnell einen positiven Eindruck über die schönen Poesien mit ihrer großen Themenvielfalt. Um die Verse richtig auf mich wirken zu lassen, wiederholte ich den Lesevorgang allerdings noch mehrmals. Zusammenfassend könnte man sagen, ich wollte die Gedichte nicht nur mit dem Kopf erfassen, sondern ich wollte ihnen nachspüren. Denn mir war klar, nur wenn die Texte mein Herz erreichen konnten, wäre es mir möglich ein ansprechendes und überzeugendes Vorwort zu schreiben. Das mag zwar etwas pathetisch klingen, dennoch ist mir dieser Aspekt bei all meinen Arbeiten sehr wichtig. Am Ende blieb noch eine kleine persönliche Herausforderung übrig: Bei meinen Rezensionen kann ich aus dem Vollen schöpfen, und je nach Buchinhalt ausgiebig meinen Leseeindrücken und Emotionen Ausdruck verleihen. In diesem Punkt musste ich umdenken, denn ein Vorwort sollte nicht zu lang sein, damit der Leser gerne und bleibend den einleitenden Worten des Verfassers folgt."


Dein entstandenes Vorwort enthält viele Lobesworte für die Texte von Susann Kraft.
Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?


Liane: "Die Gedichtsammlung der Autorin hat mir gleich gefallen, und je öfter ich mich mit dieser Auswahl beschäftigte, umso mehr. Es gab so sehr viel zu entdecken. Nicht nur in den offensichtlichen Worten, sondern auch zwischen den Zeilen. Die Texte von Susann Kraft sind nichts zum einfach nur darüber fliegen. Sie wollen aufmerksam gelesen, erkundet und erspürt werden. Nicht alles ist gleich erkennbar, lässt vielleicht sogar unterschiedliche Auslegungen zu, fordert den Leser auch ein stückweit während der Lektüre. Beim Lesen erfuhr ich ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Es gibt tief bewegende Verse, die leise, melancholisch und sehr eindringlich daherkommen. Andere Texte wiederum sind von wunderbarer Leichtigkeit und zauberten mir ein Lächeln ins Gesicht. Diese Vielschichtigkeit war es, die mich ganz besonders angesprochen hat."


Ich danke Susann und Liane für das schöne Interview und die lieben Worte :).
Weitere Informationen zum Werk "Wilde Poesien" findet ihr in der Rubrik Poetenförderung.
Mehr über Lianes Mitwirkung am Vorwort von "Ein Gedicht für ein Kinderlachen" und wie sie von LovelyBooks zu uns gefunden hat, findet ihr hier.


Alle abgebildeten Gedichte sind von Susann Kraft.
Grafik (Vogel): © depiano - fotolia.com



Stephanie Mattner ist Herausgeberin der Anthologie-Reihe SternenBlick
und hauptverantwortlich für das Projekt.

Mehr über Stephanie erfahrt ihr hier.







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Stephanie Mattner
Redaktion "SternenBlick"
Postfach 20 01 41
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